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Polnisch und Deutsch teilen 467 Kilometer Grenze — von der Ostsee bis ins Riesengebirge. Keine andere slawische Sprache liegt Deutschland geografisch so nah, und keine andere wird in deutschen Grenzregionen so häufig im Alltag gesprochen.
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Über 2000 deutsche Lehnwörter stecken im polnischen Alltagswortschatz: ratusz (Rathaus), burmistrz (Bürgermeister), szlafrok, kartofel, handel, hebel, kelner. Wer Deutsch spricht, startet beim Polnischen also mit einem unsichtbaren Vokabelvorsprung.
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Polnisch hat sieben Fälle — einen mehr als Deutsch, mit dem Lokativ und dem Vokativ als zusätzliche Nachbarn von Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ. Wer das deutsche Kasussystem kennt, hat die halbe Logik bereits im Kopf.
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Rund zwei Millionen Menschen mit polnischem Hintergrund leben in Deutschland — die größte polnische Gemeinschaft Westeuropas. Polnisch ist damit nach Türkisch die häufigste Familiensprache, die hierzulande neben Deutsch gesprochen wird.
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Polnisch bewahrt archaische slawische Laute und Endungen, die andere Sprachen längst verloren haben. Wer sein Ohr auf die Zischlaute (sz, cz, ś, ć, ź, ż) einstellt, öffnet sich später auch Tschechisch, Slowakisch und Ukrainisch viel leichter.